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FC St. Pauli der Hamburger Fussballverein schreibt Geschichte


FC St. Pauli in Hamburg

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Obwohl bereits im Jahre 1910 gegründet blieb es dem FC St. Pauli bis heute versagt, einen nationalen oder gar internationalen Titelgewinn zu feiern. Dennoch ist der FC St. Pauli einer der beliebtesten Fußballclubs der Welt und einer der wenigen, der ohne Übertreibung das heutzutage inflationär verwendete Prädikat "Kult-Club" tragen darf. Wer in der sagenumwobenen Reeperbahn beheimatet ist, muss einfach etwas besonderes sein.

Seit jeher stand der FC St. Pauli im Schatten des sportlich weit erfolgreicheren Hamburger SV, verfügt aber dennoch nicht nur in Deutschland über eine Anhängerschaft, die seinesgleichen sucht.

Geschichte des Fussballvereins

Wenngleich die Fußballabteilung FC St. Pauli bereits im Jahre 1910 gegründet wurde, lassen sich die Spuren des Vereins bis ins Jahr 1862 zurückverfolgen, als verschiedene ortsansässige Gymnastik-Vereine zum FC St. Pauli fusionierten. Bereits 1924 erklärte sich die Fußball-Sparte als unabhängig, konnte aber auch zu dieser Zeit keinerlei größere Erfolge verbuchen. Von 1930 bis 1940 spielte der FC St. Pauli in der Gauliga und belegte hier zumeist gesicherte Mittelfeldplätze.

In der allgemeinen Aufbruchsstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg begann auch der sportliche Aufstieg des Vereins. Während den 50ern spielte der FC St Pauli in der damaligen Oberliga Nord und kämpfte bereits im Jahr 1951 um die Deutsche Meisterschaft mit.

Im Zuge der Neuorganisation des deutschen Fußballs fand sich der FC St. Pauli in der damals neu gegründeten Regionalliga Nord wieder, in welcher er über einen Zeitraum von fast einem Jahrzehnt um den Aufstieg in den Profifußball kämpfte.

Ende der 70er Jahre gelang dem Club der für viele Beobachter längst überfällige Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Doch die Freude über die sportlichen Erfolge währte nur kurz. Der Club konnte die hohen Erwartungen in der Bundesliga nicht erfüllen und musste bereits nach Ablauf der ersten Spielzeit den Weg zurück antreten.

Doch es kam noch schlimmer: Aufgrund von Liquiditätsengpässen wurde dem FC St. Pauli im Folgejahr gar die Lizenz für die Zweite Liga entzogen und der Verein zurück in den Amateurfußballbereich geschickt.

Bereits nach wenigen Jahren im Niemandsland des deutschen Fußballs klopfte der Klub im Jahre 1988 zum zweiten Mal in Deutschlands Eliteliga an und festigt seitdem seinen Ruf als sogenannte Fahrstuhlmannschaft.

Der Kultstatus

Gegen Ende der 80er Jahre begann die Wandlung des traditionsreichen aber biederen FC St. Pauli zum Kult-Club im positiven Sinn. Dies führte auch zum Wandel der Anhängerschaft, die ursprünglich begrenzt auf einen kleinen Hamburger Stadtteil zum nationalen Phänomen avancierte. Ein wesentlicher Aspekt der neu gewonnenen Beliebtheit war hauptsächlich der mit dem FC St. Pauli verknüpften linkspolitischen Einstellung sowie der aufgeheizten Partyatmosphäre der Fußballspiele geschuldet.

Vor allem jene politischen Aktivisten gerieten schnell ins Fadenkreuz traditioneller Pauli-Fans. Aus Angst vor Missbrauch ihres geliebten Fußballvereins hielten jene Hardliner dem neu gewonnenen Publikum vor allem vor, den Verein als politische Bühne zu missbrauchen und dabei nicht einmal die Zusammensetzung des aktuellen Kaders zu kennen.

Dennoch ist es vor allem dem rasanten Anstieg der unterstützenden Fans zu verdanken, dass der FC St. Pauli in seiner derzeitigen Form überhaupt existiert. Kamen zu Heimspielen im Jahre 1981 noch durchschnittlich 1600 zahlende Zuschauer, so vermeldete der Klub in den späteren 90ern gar bei Regionalligaspielen eine ausverkaufte Arena am Millerntor.

Ein herber Rückschlag für den FC St. Pauli war der Bankrott des langjährigen Präsidenten Heinz Weisener, der den finanziell seit jeher gebeutelten Klub mit privaten Millionen jahrelang über Wasser hielt. Das plötzlich fehlende Geld des Mäzen gepaart mit katastrophaler Misswirtschaft im Managementbereich führten im Jahre 2003 schließlich beinahe zum Ende des Hamburger Kult-Vereins.

In dieser für den Verein schwierigen und ungewissen Zeit sprangen vor allem die treuen Fans in die Bresche, welche durch eine großangelegte und bis dato unvergleichliche Kampagne den Klub retteten. Besondere Erwähnung verdient hierbei das berühmte und auch in der internationalen Medienlandschaft beachtete "Saufen für St. Pauli" - eine Aktion bei der in Kiez-Bars 0,50 Euro Aufschlag auf den Getränkepreis dem angeschlagenen Verein zu Gute gekommen waren. Trotz des gewaltigen Medienechos kamen durch diese spektakuläre Aktion lediglich wenige hunderttausend Euros zusammen.

Ein wesentlich größerer Anteil an der finanziellen Rettung gründete im Verkauf von Fan-T-Shirts. Millionen verkaufter Exemplare sicherten letztendlich die Existenz des Klubs.

Nicht lange nach der schwierigen Rettung vor dem finanziellen Kollaps geriet der FC St. Pauli im Februar 2005 ein weiteres Mal in schwieriges Fahrwasser. Millionenforderungen des Finanzamtes zwangen den Verein zum rigiden Sparkurs und Abschied aus dem professionellen Fußballs.

Ungeachtet der immer wieder kehrenden Querelen und ständig ungewissen Zukunft des Kultvereins zeigt der FC St. Pauli was mit einer treuen Fanschaar zu erreichen ist. Bereits im Jahre 2007 gelang der erneute Aufstieg in die 2. Liga.

Aktuell kämpft der Klub gar erneut in der Belletage des deutschen Fußballs gegen namhafte Konkurrenz und gegen den Abstieg.








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